Anbauworkshop 2022

mit Jean-Philippe Genetier und Anne Brockhaus

Um was geht es?

Wir laden ein, unseren seit 2009 bestehenden Gemüseanbau nach Permakulturrichtlinien kennen zu lernen. Gern geben wir  unsere langjährigen Erfahrungen in der Mischkulturpraxis auf Sandboden ohne Einsatz künstlicher Düngemittel und weitgehend ohne Maschineneinsatz weiter. Dabei ist uns das gemeinsame Tun wichtig, um Inhalte ganzkörperlich durchdringen zu können.

Die Module können komplett oder auch einzeln gebucht werden.

Solltest du nicht in der Lage sein den Preis zu bezahlen, sprich uns bitte an, wir finden eine Lösung.

Kursgebühren/Modul:

5-6 Teilnehmerinnen             280,- €

7-9 TeilnehmerInnen             250,- €

10-12 TeilnehmerInnen        210,- €

Der Preis beinhalten außerdem noch folgende Specials:

1) eine anpassbare Planungstabelle. Diese enthält einen Kalender mit Saat/Pflanz-Termine, Mengen, Erträge, Flächen- & Saatgutbedarf, Erntefenster für jede Gemüsesorte und für jede Versorgungsgröße (von Alleinstehende bis SoLaWi)

2) Saatgut-Proben von besonderen selbstvermehrten Sorten (z.B. Feuerbohnen, Tomaten, Kürbisse und weitere)

3) Personalisierte Empfehlungen & Beratung mit anfassbaren Beispielen & Lernmöglichkeiten

4) Falls dir etwas fehlen sollte, darfst du gerne deine eigenen Themenwünsche mit einbringen

5) Material und Verpflegung sind natürlich auch dabei. Es gibt ein Mittagessen und Pausensnacks.

 

Es gibt noch freie Plätze für das erste Modul!

Anmeldung unter anmeldung@permakulturpark.de

Möchtest du den Flyer downloaden, kannst du hier klicken:

ANBAUWORSHOPS-KONZEPT-VORSTELLUNG

Unsere Workshops sind für 5 bis 12 Teilnehmer(innen) vorgesehen.

Konkreter Ablauf für jedes Modul :

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde werden wir praktische Infos mitteilen, Fragen beantworten und Wünsche berücksichtigen.
Dann wird einen Ablaufsplan fürs Wochenende, bzw. für die Woche vorgeschlagen. Er wird oft am letzten Augenblick entschieden (Wetter Abhängigkeit !). Anschliessend werden wir auf dem PaLS Gelände eine relativ zügige Führungsrunde mit einer Vorstellung der letzten „Updates“ zusammen durchstreifen. Während ca. 1/3 der Zeit werden wir uns dann mit „Theorie“ befassen, um Grundkenntnisse, Konzepte, natürliche Prozesse und Techniken zu mitteilen, erklären & zusammen zu vertiefen, bzw. sich vertraut zu machen.

Gleichzeitig und abwechselnd werden wir uns mit der Praxis konfrontieren :
Alle Vorgänge, Techniken und Kenntnisse werden wir in der Realität in der Gärtnerei von unserer SoLaWi und in unserem Versuchsgarten erleben & üben…
„DAS RICHTIGE LERNEN FINDET IN DER PRAXIS STATT… UND FÜR 80% UNBEWUßT !“

In diesen Praxis-Teilen wird besonders auf Folgendes beachtet :

* die Qualität, die richtige Handhabungen & Fertigkeiten
* das langsame Üben, dann kommt die Effektivität !
* die wichtige und körperlich schonende Haltungen

Natürlich werden wir uns gesellige und ernährende Pausen gönnen. Da ergibt sich die Möglichkeit andere Personen & Projekte kennen zu lernen und sich gegenseitig zu bereichen…

Unser Ziel : Euch zeigen dass Gärtnern nicht so kompliziert ist

Wir freuen uns auf Euch !

Die Module im Überblick:

Scheue dich nicht Fragen zu stellen. Du erreichst uns unter info@permakulturpark

Modul 1: Aussaat/Voranzucht/Vermehrung

18.03.22 – 20.03.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Aussaat- und Voranzuchtkalender: wo, was und wann?
  • Sorten: Eigenschaften und Saison
  • Saatgut &Vermehrungstechniken
  • Werkzeuge, Materialien &Techniken: Bodenvorbereitung, Aussaaterdemischung, Töpfe &Alternativen, Handsämaschinen, …
  • Pikieren, Pflanzen & Pflege

Modul 2: Klimamanagement/ganzjährige Versorgung

01.04.22 – 03.04.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Lokale Beobachtung und Analyse

  • Bildung von Mikroklima

  • Sorteneigenschaften Obst und Gemüse

  • geschützter Anbau: Vom Vlies bis zum Erdgewächshaus

  • nachhaltige Klimasteuerung

  • Winterernte und Lagerung

 

 

Modul 3: Mischkulturen im ganzjährigen Perma-Garten

20.05.22 – 22.05.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Flächen- und Zeitplanung
  • Fruchtfolge; Agroforstsysteme
  • verschiedene Mischkultur-Anbaukonzepte
  • Werkzeuge und Anbautechniken

 

 

 

Modul 4: Selbstversorger-Garten mit Gemüse, Obst, Getreide (GIY)

10.06.22 – 12.06.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Flächenbedarfsermittlung nach Bedarf und Ertrag
  • Ganzjahresplanung: Was, wieviel, wann, wo
  • Vorbereitung-Ernte-Lagerung
  • 3-D-Mischkulturen
  • Mehr-Genrationen-Planung; Werkzeuge; Anbau- und Erntetechniken

Modul 5: Wassermanagement          

22.07.22 – 24.07.22 und alternativ am 19.08.22 – 21.08.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Wasser sparen

  • Mulch Techniken

  • Bodenleben und -Besetzung

  • Agroforst

  • Wasserspeicherung; Bewässerungssysteme; Ionisation

 

 

 

Modul 6: Unkraut- und Schädlingsmanagement

16.09.22 – 18.09.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • No dig, no till
  • Mulch Techniken
  • Vor-, Zwischen- und Nachkultur
  • Fruchtfolge
  • Jauchen und Brühen
  • DIY-Lösungen
  • Ursachen und Vorbeugung
  • Werkzeuge, Materialien und Techniken

Modul 7:  Bodenaufbau/Lebendiger Boden 

22 07.10.22 – 09.10.22

Wir beschäftigen uns im Einzelnen mit:

  • Warum? Aktueller Stand der Forschung

  • Kompostierungstechniken

  • Terra Preta; EM; Kompost-Tees

  • Mulch;

  • BRF

  • Bodenverbesserung in Theorie und Praxis

 

 

 

 

 

Die Kursleitenden vorgestellt:

Jean-Phlippe Genetier

Ich heiße Jean Philippe Genetier und bin 1964 in Frankreich geboren.

Zurückblickend auf 30 Jahre professioneller Erfahrung in der Landwirtschaft, war ich immer begierig darauf, weiter zu lernen, um die Praxis zu verbessern.

1988 kam ich zum ersten Mal mit der ökologischen Landwirtschaft in Berührung durch eine Begegnung mit Pierre Rabhi, einem bi-kulturellen (afrikanisch-französisch) Autor, Bauer und Umweltschützer, der als eine wichtige Person in der französischen Agrarökologie gilt. Das hat mich sofort begeistert.

 

Bereits zu Beginn meines Studiums in Energietechnologie wurden mir die Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Natur immer mehr bewusst. Nachdem ich drei Jahre als Ingenieur gearbeitet hatte, bemerkte ich, dass ich niemals als Büromensch glücklich sein würde, sondern dass ich draußen mit der Natur und ihren Kreaturen viel glücklicher bin. Ich traf eine Entscheidung und erlangte schnell mein Zertifikat als Agrarwissenschaftler, der mich für die Führung eines selbständigen landwirtschaftlichen Betriebes qualifiziert. Ich arbeitete in drei verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben, bevor ich 1993 meine Traumfarm in den Bergen nah bei Lyon fand.

15 Jahre lang habe ich dort meinen Hof selbstständig bewirtschaftet:  Kühe, Ziegen & Milchschafe gepflegt, gemolken, Käse hergestellt & direkt verkauft, Gemüse & Obst angebaut und mehrere tausend Bäume gepflanzt…

 

Eine neue berufliche Herausforderung begann, als ich im Jahre 2009 Gemüse- und Obstanbauer in einem neuen Lebensumfeld wurde. Unterstützt durch meine Erfahrungen in Frankreich,

habe ich begonnen in der Gemeinschaft des Ökodorfs Steyerberg in der Nähe von Hannover ein Agroforst-System aufzubauen. Ich habe Mischkulturen in Handarbeit ganzjährig angebaut.

Inspiriert durch Eliot Coleman (amerikanischer Autor, Agrarwirt, Forscher und Ausbilder und Verfechter der ökologischen Landwirtschaft) habe ich gelernt, das Market-Gardening sowie das Winter-Ernte-Konzept anzuwenden.

 

Meine wichtigsten Erkenntnisse und grundlegende Zielsetzungen sind:

  • Bodenleben und Wald erhalten à für ein gutes Wasser- und Klimamanagement, langfristige Fruchtbarkeit, und weniger Erosion bzw. Schädigung
  • Vielfalt und Mischkulturen à für Schädlings- und Krankheitsmanagement und eine harmonische Landschaft
  • Biologische & lokale Erzeugung von menschlicher Dimension à für frische und gesunde Nahrung, ohne Transport & Verpackung, Unterstützung der lokalen Wirtschaft, des sozialen Lebens und der Resilienz.
  • Verwendung lokaler Ressourcen und Reduktion von Maschineneinsatz à für viel weniger Verschwendung und geringeren Energieverbrauch, Schutz für die wilde Flora und Fauna

 

Seit 2021 bin ich aufgrund von Arthrose in den Händen nicht mehr in der Lage, praktisch im Gemüseanbau zu arbeiten. Deshalb habe ich eine berufliche Weiterbildung begonnen, die es mir ermöglichen soll, mehr Workshops und Fortbildungen im Bereich des Permakulturanbaus anzubieten, und nachhaltige Technologien (z.B. Erdgewächshäuser, neue Anbauwerkzeuge,…) zu entwickeln.

Ich bin immer mehr von der Natur fasziniert und beeindruckt!

Anne Brockhaus

Ich bin mit Garten aufgewachsen. Als Jugendliche musste ich das Gemüse aus dem Gemüsegarten meines Vaters, in dem ich nicht mitwirken durfte, verarbeiten. Das war mir verhasst. Als Mutter eigener Kinder bin ich oft umgezogen und habe dadurch mehrere Gärten angelegt und gepflegt – ohne Gemüse! Ich habe mehrere Ausbildungen gemacht – auch eine konventionelle Gärtnerausbildung im Zierpflanzenbau in einer kleinen Familiengärtnerei. Da habe ich die Grundlagen des Gärtnerns gelernt und eine Vielfalt von Pflanzen kennen gelernt. Und ich habe erlebt wie in diesem Bereich gearbeitet wird, wenn der wirtschaftliche Erfolg Priorität hat: die Pflanze als Ware, Einsatz von Pestiziden und chemische Düngemittel, hoher Energieverbrauch, rationale Arbeitsvorgänge, viel Schwund. Mit der Zeit verging mir die Freude daran.

Nach Umwegen über ein Studium in Förderschulpädagogik und 10 Jahren an einer Förderschule bin ich 2011 das erste Mal nach Steyerberg gekommen, um auf dem PaLS an einer Pflanzaktion teilzunehmen. Ja, genau so wollte ich mit der Natur, den Pflanzen und Tieren umgehen. Das entsprach viel mehr meiner inneren Einstellung.

Also stand 2013 wieder ein Orts- und Berufswechsel an – auch eine Fortbildung in der Permakultur und der Beginn meiner Arbeit bei PaLS. Seitdem hatte ich viel Gelegenheit praktisch zu lernen und vielfältige Erfahrungen zu machen. Mein Fokus liegt dabei nicht auf dem Gemüseanbau, sondern eher im Bereich Wildkräuter und Naturgärten. Ich forsche und wirke im Bereich Biotope für Insekten und andere Tiere und gestalte seit 2015 einen Platz auf dem Permakulturgelände, wo ich auch Experimente mit unterschiedlichen Böden mache. Gern begleite ich Workshops auf PaLS als Assistentin, bringe mich dort mit meinen Erfahrungen ein und lerne weiter dazu. Und ich genieße seit Jahren das schmackhafte, biologisch angebaute Gemüse direkt vor meiner Haustür!

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